Tradition - Knappenverein Passeier

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Tradition

Schneeberger Knappen

Der Schneeberg in Südtirol ist ein Bergbaugebiet mit einer Tradition, die bis in das Mittelalter zurückreicht. 1985 endete die Bewirtschaftung. Derzeitig befindet sich ein Teil des Südtiroler Bergbaumuseums auf dem Gebiet des ehemaligen Bergbaus. Der Schneeberger Knappenverein verbindet modernes Vereinsleben mit alter Bergbautradition und ist nicht nur für alle Knappen und deren Nachkommen, sondern auch für die Südtiroler Kulturlandschaft ein kostbarer Schatz.
Staub im Gesicht, Schweiß am Rücken, Schlägel und Eisen in der Hand - die Arbeit tief im Berg. Lange ist es her, als der Bergbau in Südtirol seinen Anfang nahm. Mit wenig Material und einzig menschlicher Muskelkraft wurden die ersten Stollen in den Schneeberg geschlagen. Zu Beginn der wirtschaftlichen Entwicklung des Bergbaus wurde noch mit dem Gezähe gearbeitet. Ab dem 17. Jahrhundert wurde Schwarzpulver für den Stollenvortrieb genutzt. Ab 1920 setzten die Bergleute Dynamit ein, ebenso wie Luftdruckhammer und weitere mechanische Abbauweisen. Die Tradition ist lang, die Erinnerung lebt.

Schneeberg -Tradition des Bergbaus

Am Anfang des Bergbaus am Schneeberg stand der Silberabbau. Danach folgte der Abbau von silberhaltigen Bleierzen, Kupfererzen und Zinkblenden. Bis 1960 hatten die Bergarbeiter tatkräftige Unterstützung durch Grubenmulis - Maultiere, die für Trage- und Zugzwecke eingesetzt wurden. Die erste urkundliche Erwähnung von Schneeberger Silber als Tauschmittel geht auf das Jahr 1237 zurück. Es gibt jedoch Höhlen im Berg, die ein Indiz dafür sind, dass bereits in prähistorischer Zeit am Schneeberg gearbeitet wurde. Die Fundstelle des Gletschermanns Ötzi liegt nur 25 km Luftlinie vom Schneeberg entfernt. Er trug bearbeitetes Kupfer bei sich. Die abgelegene Bergwerkssiedlung St. Martin entwickelte sich vor allem im 15. Jahrhundert zu einer blühenden Dorfgemeinschaft mit ca. 1000 Knappen. Einige Bürgerfamilien hatten Anteile an den Stollen und auch die Fugger stiegen in den Schneeberger Bergbau ein. 1798 wurde der Bergbaubetrieb eingestellt. Im 19. Jahrhundert wurde er für den Abbau der Zinkblende wiedereröffnet. Während der 1930er ruhte der Betrieb aufgrund der Wirtschaftskrise. Im Zweiten Weltkrieg herrschte großer Arbeitermangel, trotz Freistellung der Knappen vom Militärdienst. 1967 verließen die letzten Einwohner die ständige Siedlung am Berg. 1985 folgte die Schließung des Bergwerks. 1990 wurde mit dem Bau des Bergbaumuseums begonnen, welches 1993 eröffnet wurde.

Die Schneeberger Knappen

Nicht nur der Bergbau war eine harte Arbeit, sondern auch das Leben so weit abgeschieden vom Rest der Welt. Darüber können jene berichten, die bis 1967 in St. Martin am Schneeberg gelebt haben. Der Schneeberger Knappenverein wurde 1984 gegründet, um diesen Leuten eine Plattform zu geben. Die ehemaligen Bergleute Johann Prünster, Aldo Sartori, Anton Auer und Alois Brunner haben den Verein ins Leben gerufen. Dieser steht in der Knappentradition. Das heißt, die Mitgliedschaft steht nur den alten Knappen und deren Nachkommen offen. Im Jahr 2011 zählte der Verein 153 Mitglieder.
Aufgabe und Ziel des Vereins ist die Wahrung der lokalen Kultur und die Weitergabe der Bergbaugeschichte in Form von gelebter Tradition. Das heißt nicht, dass die Vereinsmitglieder wieder in die Stollen ziehen müssen. Im Gegenteil: Sie ziehen hinaus und laden Familie, Freunde, Bekannte und Interessierte zu verschiedenen Veranstaltungen ein. Jährlicher Höhepunkt ist die Barbarafeier am Sonntag um den Barbaratag. Wer den Verein und das Bergwerkmuseum kennenlernen möchte, muss hinauf zum Schneeberg kommen.
Auch wenn am Schneeberg keine bewohnte Siedlung mehr ist, so ist er doch noch immer Treffpunkt und Ausgangspunkt für Wanderungen rund um den Schneeberg. Bergwerkpfade und geführte Erlebnistouren lassen das alte Bergbaugebiet in neuem Glanz erscheinen. Am Schneeberg werden täglich zweistündige Führungen angeboten - über und unter Tage. Die Stationen sind der Schauraum, die Besichtigung der Knappensiedlung, der Aufstieg ins "Himmelreich", eine kurze Stollenbegehung, eine Erzsuche und Silbermünzprägungen. Jeden Donnerstag und Samstag findet eine Abenteuertour durch das gesamte Bergbaugelände inklusive Stollenfahrt statt. Aktivitäten des Vereins sind die Teilnahme an Prozessionen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen im In- und Ausland.
So lebt die alte Tradition des Bergbaus weiter, auch wenn der Bergbau selbst zur Ruhe gekommen ist. Wer mehr über den Südtiroler Bergbau wissen möchte, kann alle vier Standorte des Bergwerkmuseums besuchen. Diese befinden sich im hinteren Tauferer Ahrntal, am Schneeberg in Passeier und im Ridnauntal.



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